Mitreißender Rhythmus des Gospelchors
begeisterte Zuhörer


Letmathe, 29.10.2007, Von Dennis Pusch
Letmathe. "Missa Parvulorum Dei" - unter diesem Titel bekamen
die Besucher am Samstag in der ausverkauften Friedenskirche anlässlich
des 50. Geburtstages des Gotteshauses eine beeindruckende und hervorragend
inszenierte Gospelmesse geboten.
Der Gospelchor der Friedenskirche, das Instrumentalensemble der Musikschule
Soest unter der Leitung von Bernd-Udo Winkler und Solistin Anne Hartkamp
brachten unter der Regie von Hubert Schmalor die Atmosphäre durch
ihr ausgezeichnetes Zusammenspiel regelrecht zum Vibrieren.
Wohl kaum jemand konnte über kurz oder lang so richtig stillsitzen,
war doch der Rhythmus einfach zu mitreißend.
Gebannt verfolgten unzählige Augen und Ohren die traditionell überlieferten
Elemente einer Messe. Allein der Einzug des Chores in die Kirche beeindruckte
durch musikalischen Schwung und eingängigen Rhythmus. Im "Introitus"
riefen die Akteure auf: "Come on, let us go to the house of the
Lord". "Psalm 8" besang die kleinen Kinder Gottes, die
den Herrn preisen. Mit "Kyrie" bat der Chor: "Lord, have
mercy!", beständig von dumpfen und bedrohlich wirkenden Takten
untermalt.
Wie eine Erlösung schließlich die Besänftigung des Herrschers
durch sanftes Einsetzen der Streicher. Das feierliche "Gloria"
hüllte die Kirche in eine andächtige Stimmung, der sich die
Besucher kaum entziehen konnten. Im folgenden "Credo" wurde
die Energie des Glaubens förmlich spürbar, während die
"Meditation zum Choral" Gelegenheit zu einer kurzen besinnlichen
Verschnaufpause gab.
Viel Power versprühte das beeindruckend intonierte "Sanctus",
genauso wie sich das "Agnus Dei" zielsicher den Weg in die
Herzen der Zuhörer bahnte. Es war vor allem das Zusammenspiel und
die Energie der Akteure, die den Reiz der Gospelmesse ausmachten.
Im beinahe fließenden Wechselgesang ergänzten sich die unglaublich
kraftvoll und zugleich einfühlsam auftretende Solistin Anne Hartkamp
und der stimmgewaltige Chor. Beide konnten sich der Unterstützung
des Instrumentalensembles sicher sein, das sich nahtlos einfügte
und stets Gespür für die richtigen Klänge bewies.
Dass es obendrein noch richtig Spaß machte, war an den Gesichtern
der Beteiligten abzulesen. Und obwohl sicher so mancher Zuhörer
gerne während der Messe spontanen Applaus bekundet hätte,
tat es doch gut, das Werk in seiner Gesamtheit ohne Unterbrechungen
genießen zu können.
Pastor Burckhardt Hölscher hatte zu Anfang im Namen von Chor, Orchester
und Solistin darum gebeten, zwischen den Stücken nicht zu applaudieren,
um "die Gesamtheit des Werkes und etwas von Gottes Liebe zu spüren".
Als "Entschädigung" gab es für die Akteure im Anschluss
an das grandiose Finale, bei dem die Luft förmlich knisterte einen
minutenlangen Applaus, der kaum ein Ende nehmen wollte. Da ließen
sich Chor, Orchester und Solistin nicht lange bitten und gaben noch
eine kleine Zugabe, bevor sie mit dem Auszug verkündeten: "Come
let us go in the name of the Lord." Somit schlossen sich sowohl
der inhaltliche als auch der musikalische Kreis zu einer harmonischen
Einheit, die keine Fragen offen ließ.
Die Gospelmesse "Missa Parvulorum Dei" entstammt der Feder
des Komponisten Ralf Grössler und reizte Hubert Schmalor schon
länger: "Die Messe deckt viele verschiedene musikalische Richtungen
ab." So sind unter anderem Elemente aus Gospel, Jazz, Klassik und
moderner Musik enthalten.
Das Werk ist im wörtlichen Sinn als "Gottesdienst der kleinen
Kinder Gottes" zu verstehen und allen kleinen Kindern Gottes gewidmet.
Ralf Grössler bedient sich dabei Kompositionstechniken aus verschiedenen
Stilen und Epochen.
Die Akteure hatten am Sonntagabend einen weiteren Auftritt in der Zentralkirche
in Hamm. Dort trafen sie auf den ehemaligen Letmather Pastor Rüdiger
Schuch, über den die Kontakte entstanden waren.
Bereits am Mittwoch besteht die Gelegenheit, den Gospelchor noch einmal
in der Friedenskirche zu sehen.
